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Kyrill-Lehrpfad in Willingen

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Am 18. Januar 2007 wütete der Jahrhundertorkan Kyrill in Deutschland. Besonders betroffen war in dieser Nacht vor allem Nordhessen mit dem waldeckischen Upland und dem angrenzenden westfälischen Sauerland. Insgesamt fielen in dieser Region auf einer Gesamtfläche von 50.000 Hektar etwa 25 Millionen Bäume, hauptsächlich Fichten. Rund um Willingen schnitt der Sturm breite Schneisen in die Wälder. Etliche Wanderwege waren viele Wochen unbegehbar. Die Folgen dieser Naturgewalt werden noch über Jahre hinweg sichtbar bleiben.

 

Die Willinger haben allerdings aus der Not eine Tugend gemacht und den „Kyrillpfad“ erschaffen. In einem kleinen Gebiet auf dem Ettelsberg sollen Wanderer einen Eindruck erhalten, wie heftig „Kyrill“ in der Januarnacht 2007 gewütet hat.

Wegekreuz Große Grube, hier lässt es sich auch gut rasten.

Zwischen dem Wanderknotenpunkt „Große Grube” und dem Hochheideturm wurde ein 400 Meter langer Lehrpfad angelegt, an dem sich die Folgen des Sturms deutlich ablesen lassen. Der „Kyrill-Pfad“ führt durch ein vom Windbruch geprägtes Waldgebiet, in dem seit dem Orkan nichts verändert wurde. Der naturbelassene Pfad windet sich um umgefallene Stämme und Baumstümpfe, Brücken und kleine Holztreppen führen über abgeknickte Fichten und Wurzeln. Von einer kleinen Aussichtsplattform aus kann man das etwa einen Hektar große Gebiet überblicken.

Eingang zum Kyrill-Lehrpfad

Der „Kyrill-Pfad” ist nicht nur für Wanderer und Gäste ein attraktiver Anlaufpunkt, auch Kindergartengruppen und Schulklassen begeben sich hier auf eine lehrreiche Expedition. Festes Schuhwerk ist bei der Erkundung des Lehrpfads allerdings ein Muss!

die kleine Aussichtsplattform

Über kleine Holzbrücken, die auch mit einem Geländer gesichert sind, werden Sie über unwegsame Stellen geführt.

Das besondere an diesem einzigartigen Erlebnis: Der Pfad wird sich im Laufe der Jahre verändern und Einblicke in die Bildung eines neuen Biotops geben: die Rinden lösen sich von den Bäumen, das Erdreich fällt von den Wurzeltellern ab, eine neue Vegetation wächst heran und das Totholz bietet kleinen Tieren einen neuen Lebensraum.

Von diesem Rundgang habe ich diese Fotos mitgebracht. Ist es nicht erschreckend, was ein solcher Sturm anrichten kann und wann wird uns wohl der nächste Orkan unsere schönen Waldbestände vernichten?